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Selbstverwaltung

Gemeinsam stark

Volker Enkerts und Jürgen Waßmann sind als Vorsitzende des Vorstands der VBG wiedergewählt. Im Interview diskutieren sie darüber, wie die Versicherten­gemeinschaft in einer sich rapide wandelnden Arbeitswelt stark bleibt.

Die VBG gibt es seit 130 Jahren. Angenommen Sie werden heute als Unternehmer Mitglied bei der VBG. Was finden Sie vor?

Volker Enkerts Erst einmal bin ich froh, dass ich durch die Mitgliedschaft eine Haftpflichtversicherung gegen Arbeitsunfälle meiner Beschäftigten abgeschlossen habe. Für Unternehmen bietet die VBG gute Angebote zur Prävention von Arbeitsunfällen und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren wie Berufskrankheiten. Nach einem Arbeits- oder Wegeunfall können sich die Versicherten auf das exzellente Reha-Management der VBG verlassen. Die Reha-Managerinnen und Reha-Manager setzen den gesetzlichen Auftrag mit Engagement und Fachwissen um. Hierbei gelten die Grundsätze „Rehabilitation mit allen geeigneten Mitteln“ und „Reha vor Rente“.

Was haben Sie in den letzten sechs Jahren erreicht?

Jürgen Waßmann Die VBG ist eine starke Gemeinschaft. Zu ihr zählen neun Millionen Versicherte aus mehr als einer Million Mitgliedsunternehmen. Wir haben unter Beweis gestellt, dass das Prinzip Selbstverwaltung funktioniert: Gemeinsam haben alle drei Fusionspartner der VBG branchenspezifische Präventionsansätze entwickelt. Außerdem sind hier die Einführung des Prämienverfahrens, die Entscheidung für ein gemeinsames Präventionszentrum mit der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und die Gründung der BG Kliniken, dem Klinikverbund der gesetzlichen Unfallversicherung, zu nennen.

Welche Ziele haben Sie für die aktuelle Wahlperiode?

Jürgen Waßmann Für die Unternehmerinnen und Unternehmer ist die finanzielle Stabilität vorrangig. Hier gilt es, den Beitragsfuß stabil zu halten. Das gelingt durch eine vorausschauende Finanzplanung. Außerdem wollen wir die beiden Kernaufgaben der VBG, Prävention und Rehabilitation, stärker miteinander verzahnen. Ein gutes Beispiel dafür ist unsere Vorgehensweise bei berufsbedingten Hauterkrankungen. Wenn hier die Rehabilitation und die Sekundärprävention funktionieren, können die Versicherten im besten Fall ihren Beruf weiter ausüben. Mit allen anderen Unfallversicherungsträgern wollen wir in den nächsten Jahren die Präventionskultur in den Unternehmen fördern. Die Kampagne „kommmitmensch“ hat auf der Fachmesse A + A in Düsseldorf im vergangenen Oktober einen guten Start hingelegt.

Volker Enkerts Deutschland ist für den hohen Standard in Sachen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz weltweit angesehen. Wir als VBG stehen in der Verantwortung, dieses Niveau zu halten und uns weiter zu verbessern. Ein Trend, der sich in Deutschland abzeichnet: Es gibt immer mehr Selbstständige. Wir haben deshalb die freiwillige Versicherung für Unternehmer und Selbstständige attraktiver gemacht. Nun gilt es, für diese Versicherung zu werben, damit wir auch in diesem Bereich eine starke Solidargemeinschaft werden. Und wenn alles nach Plan läuft, werden wir in dieser Wahlperiode gemeinsam mit der BGW, einer großen Berufsgenossenschaft, die ihren Hauptsitz auch in Hamburg hat, das Präventionszentrum in der Hamburger HafenCity eröffnen. Im Präventionszentrum sollen sich die Fachleute für Arbeitssicherheit aus den Unternehmen weiterbilden. Außerdem werden Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz durch Veranstaltungen, Ausstellungen und Praxiswelten ganz neu und umfassend erlebbar.

„Wir bringen die Menschen zurück in den Job.“

Zurück zum Prinzip Selbstverwaltung. Ganz ehrlich: Ziehen die Arbeitgeber- und Versichertenvertreter an einem Strang?

Jürgen Waßmann Ja, wir haben eine vernünftige Kultur des Miteinanders. Durch das Selbstverwalterprinzip müssen wir uns auf gemeinsame Ziele verständigen. Da muss das ein oder andere Mal diskutiert werden, aber weitestgehend haben wir die gleiche Zielrichtung.

Die VBG sieht sich als Vorreiterin in Sachen Inklusion. Wie zeigt sich das konkret?

Jürgen Waßmann Uns ist Inklusion ein Anliegen, das wir leben. Nach einem Arbeitsunfall ist unser Ziel die vollständige Teilhabe.

Volker Enkerts Davon profitiert nicht nur der Verunfallte, dem die VBG zurück ins Leben hilft, sondern in vielen Fällen auch das Unternehmen. Denn wir bringen die Menschen zurück in den Job. Übrigens engagiert sich die VBG auch als Arbeitgeberin für Inklusion. Zehn Prozent unserer Beschäftigten sind schwerbehindert. Damit beschäftigt die VBG doppelt so viele Schwerbehinderte wie der Gesetzgeber vorschreibt. Wir haben das Wissen im Haus, worauf es bei einem barrierefreien Arbeitsumfeld ankommt.

Stichwort Digitalisierung und Arbeiten 4.0 – die Arbeitswelt verändert sich gerade rapide. Wie reagiert die VBG darauf? Wie unterstützt sie Unternehmen und Versicherte?

Volker Enkerts Digitalisierung ist für eine moderne Unfallversicherung wie die VBG ein Muss. Die Entwicklung digitaler Prozesse ist ein zentrales Element der VBG-Strategie. Wir entwickeln Online-Geschäftsprozesse, die es unseren Kunden ermöglichen, sich schnell und über gesicherte Wege mit uns in Verbindung zu setzen.

Jürgen Waßmann Dabei müssen wir behutsam und vorausschauend alle Beteiligten im Gestaltungsprozess mitnehmen, vor allem unsere eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dabei stimmen wir uns eng mit unserem Dachverband, dem DGUV e.V., und natürlich mit allen unseren Partnern ab.

Digitale Services für Mitgliedsunternehmen und Online-Geschäftsprozesse: Ist die VBG dann künftig nur noch virtuell zu erreichen?

Volker Enkerts Serviceexzellenz für Versicherte und Mitglieder ist unser strategisches Ziel. Und das ist immer beides. Digitale Prozesse sind schnell und praktisch, gerade für kleine Unternehmen arbeiten wir da an guten Konzepten. Aber die Vor-Ort-Beratung von Mitgliedsunternehmen und die persönliche Betreuung im Reha-Management wollen wir nicht ersetzen. Das sind die Stärken der VBG und sollen es auch bleiben.

Und welchen Wandel registrieren Sie in den Mitgliedsunternehmen?

Jürgen Waßmann Unter dem Stichwort Arbeiten 4.0 fassen wir den tief greifenden Wandel der Arbeitswelt zusammen. Gerade die bei der VBG versicherten Dienstleistungsbranchen stehen vor dieser Herausforderung. Auch hier steht die VBG ihren Mitgliedsunternehmen zur Seite. Unsere Initiative „Mitdenken 4.0“ ist eine Kooperation mit führenden Partnern der Sozialpolitik. Wir erarbeiten Handlungshilfen für die Praxis, die auf empirischen Forschungen basieren.

Wiedergewählt

Im September 2017 ist die neue VBG-Vertreterversammlung nach der Sozialwahl das erste Mal zusammengekommen. Dabei haben die Vertreterinnen und Vertreter von Arbeitgeberseite und von den Versicherten den Vorstand benannt. Volker Enkerts und Jürgen Waßmann wurden als Vorsitzende des Vorstands im September 2017 wiedergewählt.

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