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VBG_NEXT Präventionspreis 2018

Ein Gewinn für die Prävention

„Könnte man das nicht besser machen?“ Diese Frage ist in vielen Betrieben und Institutionen das Sprungbrett für neue Ideen, Arbeit sicher und gesund zu gestalten. Der VBG_NEXT Präventionspreis belohnt das Engagement. 2018 konnten zehn Gewinner den „Oscar“ der Prävention mit nach Hause nehmen. Hier stellen wir die Siegerprojekte vor.

Verband der Diözesen Deutschlands, Bonn

Kategorie: Organisation von Arbeits­schutz und Motivation
Projekt: Arbeits­schutz­mobil plus, katholische Kirche Mobil für den Arbeitsschutz

Über 100.000 Beschäftigte hat die katholische Kirche. Weitaus mehr sind ehren­amtlich tätig: nämlich über eine Million. Um insbesondere letztere Ziel­gruppe zu erreichen, ist im Verband der Diözesen Deutschlands das „Arbeits­schutz­mobil plus“ entstanden – ein Kleinbus, voll gepackt mit 16 Modulen zu Präventions­themen. Er transportiert die Arbeits­sicher­heit und den Gesund­heits­schutz wortwörtlich dorthin, wo er gebraucht wird, und funktioniert unter­wegs sogar als Werbe­träger. Das klare Profil von außen kommt auch beim Inhalt des Mobils zum Tragen, denn eines der Module greift die christliche Spiritualität auf. Die Arbeits­schutz-Fach­leute an Bord informieren, motivieren und vermitteln praxisnahe Handlungs­kompetenzen. Als „bestechend praxisnah“ beurteilte auch die Jury das gesamte Projekt.

Bochum-Gelsenkirchener Straßen­bahnen AG (BOGESTRA), Bochum

Kategorie: Organisation von Arbeits­schutz und Motivation
Projekt: Digitalisierung von Betriebs­anweisungen

Unglaubliche 2.500 Betriebs­anweisungen für Gefahr­stoffe müssen den Beschäftigten des Personen­nah­verkehrs-Betriebs BOGESTRA an sieben Stand­orten zur Verfügung stehen. Der logistische und finanzielle Aufwand der bisher auf Papier bereit­gestellten Anleitungen war enorm. Darum hat die BOGESTRA einen fortschrittlichen Weg eingeschlagen und alle Betriebs­anweisungen digitalisiert. An Touchscreen-Monitoren muss nun einfach nur der Barcode des Gefahr­stoff-Behälters eingescannt werden, und im Nu erscheinen alle Informationen auf dem Bildschirm. Tages­aktuell, schnell und wirtschaftlich – Argumente genug für den Präventions­preis 2018.

Handwerkskammer für Ostfriesland, Aurich

Kategorie: Betriebliche Gesundheits­förderung und Gesundheits­management
Projekt: Integration eines betrieblichen Gesundheits­managements

Prävention mit System – dem hat sich die Hand­werks­kammer für Ostfries­land verschrieben. Mit einem bemerkens­wert analytischen und strukturierten Vorgehen entwickelte und implementierte sie ein nachhaltiges betriebliches Gesundheits­management, das fest in die Strukturen der Kammer integriert ist. Zum Erfolg des Projekts trägt bei, dass sowohl Geschäfts­führung als auch Beschäftigte in den Entwicklungs­prozess eingebunden waren – hohe Akzeptanz ist somit garantiert. Weiterhin punktet das Konzept mit einem beispiel­haften Angebot an belastungs­spezifischen Maßnahmen. Dank ihnen kann beispiels­weise Über­beanspruchung oder Über­lastung mit anderen Arbeits­zeit­modellen gezielt entgegen­gewirkt werden. Am Projekt der Hand­werks­kammer mit rund 60 Beschäftigten können sich der Jury zufolge besonders kleine und mittlere Unter­nehmen etwas abschauen.

Schuller GmbH, Wertheim

Kategorie: Sonderpreis „Junge Beschäftigte“
Projekt: Schutzvorrichtung zum Fräser­wechseln

Berufsanfänger kommen mit einem frischen Blick in den Betrieb. So fällt ihnen manches auf, was besser laufen könnte. Die Auszubildenden der Schuller GmbH in Wertheim identifizierten ein Gefahren­potenzial in ihrer täglichen Arbeit – und entwickelten flugs einen wirksamen Schutz­mechanismus. Um Unfälle am Fräser zu vermeiden, stellten sie eine pass­genaue Schutz­vorrichtung her, die die scharfen Kanten des Geräts über­deckt. Drohten früher bei Wartungs­arbeiten schlimme Schnitt­verletzungen, wenn man beim Festziehen und Lösen von Schrauben mit dem Zapfen­schlüssel abrutschte, ist nun alles sicher. Die „wirtschaftliche und funktionelle Lösung“ über­zeugte die Jury. Zudem honoriert der Präventions­preis, dass schon die Auszubildenden in ihren jungen Jahren die Arbeits­sicherheit erfolgreich verbessert haben – eine Erfahrung, die das ganze Berufs­leben prägt.

Securitas Fire Control + Service GmbH & Co. KG, Schweinfurt

Kategorie: Betriebliche Sicherheitstechnik
Projekt: Securitas Fire + Safety Drones

Alles Gute kommt von oben – sogar eine verbesserte Arbeitssicherheit. Securitas Fire Control + Services hat ein modulares Drohnensystem entwickelt, das im Brandfall, bei Gasaustritt oder bei Erkundungsaufgaben einen raschen und umfassenden Überblick über das Geschehen liefert. Je nach Einsatzzweck können die Drohnen mit einer entsprechenden Ausrüstung – wie Multi-Gas-Sensorik oder Höhen- und Abstandsmessung – ausgestattet werden. In Echtzeit übertragen die surrenden Überflieger dann die Bilder des Gefahrenorts an die Leitstelle sowie die Einsatzfahrzeuge. Dank diesem Wissensvorsprung können Maßnahmen frühzeitig eingeleitet werden, und die Einsatzkräfte wissen, was auf sie zukommt. Diese innovative Drohnennutzung begeisterte die Jury aus zweierlei Gründen: Die Gefährdung der Beschäftigten wird reduziert, und die Idee ist leicht zu kopieren.

SCHOTT AG, Mainz

Kategorie: Betriebliche Gesundheitsförderung und Gesundheitsmanagement
Projekt: Fit in der Schicht

Das Mainzer Unternehmen stellt Spezialglas und Glaskeramik her – zum Teil im Schicht-dienst. Und genau hier lag die Herausforderung, derer sich SCHOTT angenommen hat. Die in Schichtarbeit tätigen Beschäftigten sind mit den bisher bestehenden Maßnahmen zur Gesundheitsförderung schwerer zu erreichen als regulär Tätige – obwohl gerade Erstere besonderen Belastungen ausgesetzt sind. Das Projekt „Fit in der Schicht“ liefert die Lösung. Es richtet sich konkret an die Mitarbeitenden im Schichtdienst und umfasst ein Programm zu Ernährung, Bewegung und Work-Life-Balance. In Theorie und Praxis werden gesundheitsfördernde Verhaltensänderungen vermittelt. Erste Ergebnisse zeigen: Die Strategie geht auf! Der Präventionspreis belohnt nicht nur die Idee, sondern auch deren Übertragbarkeit auf andere Formen der Schichtarbeit.

Hallescher FC, Halle an der Saale

Kategorie: Präventionspreis Sport, Spezial
Projekt: Konzept zur Trainingssteuerung und Verringerung der Verletzungshäufigkeit – insbesondere der vorderen Kreuzbandruptur

Gleichzeitig die Trainingssteuerung optimieren und Verletzungen reduzieren – das hat sich der Fußballverein Hallescher FC auf die Fahnen geschrieben. Dazu wurde ein sportmedizinisches und trainingswissenschaftliches Konzept entwickelt und umgesetzt, das insbesondere der häufig vorkommenden Ruptur des vorderen Kreuzbands etwas entgegensetzen will. Teil der ganzheitlichen Maßnahme sind innovative Diagnostika und Interventionen innerhalb des Trainings- und Spielbetriebs. Sie wurden bereits sowohl im Profiverein als auch in Jugendteams implementiert und entfalten dort ihre Wirkung: Der Verein beobachtet einen Rückgang der muskulären Verletzungen.

HSV Fußball AG, Hamburg

Kategorie: Präventionspreis Sport, Spezial
Projekt: Kriterienbasierte Rehabilitationsstrategie nach Sprunggelenksverletzungen

Die Sprunggelenke zählen im Fußball zu den am meisten gefährdeten Körperteilen. Entsprechend häufig kommt es zu Verletzungen. Hier hat der Hamburger Sport-Verein angesetzt und für diese Fälle eine Rehabilitationsstrategie entworfen, die auf objektiven Kriterien basiert. Genauer: auf funktionell-sportmotorischen Tests, Fragebogenuntersuchungen und physiotherapeutischen Screeningverfahren. Ein Algorithmus unterstützt die Verantwortlichen dabei, den Stand der Rehabilitation zu erfassen und weitere Therapieschritte zu planen. Dadurch lässt sich realistisch einschätzen, wann der Spieler wieder auf den Rasen darf. Eine derart detaillierte Ablaufplanung im „Return-to-Competition“-Prozess ist bislang selten – und in den Augen der Jury ein „zukunftweisender Weg, der auch präventiv wirkt“.

Augsburger Panther Eishockey GmbH, Augsburg

Kategorie: Präventionspreis Sport, Gesamtkonzept
Projekt: Tägliches Monitoring als zentrales Steuerungselement im Eishockey – Acute to chronic load management

Wer beobachtet, der lernt. In diesem Sinne haben die Augsburger Panther ein weitreichendes Monitoring-System eingeführt. Hierbei werden via „On-Ice-Tracking“ täglich Daten erhoben, die Auskunft über Risiken wie Überlastung oder fehlende Fitness der Spieler geben. Auch die metabolische und biomechanische Trainings- und Spielbelastung wird ermittelt. Die gesammelten Daten ermöglichen es, individuelle „Acute-to-chronic“-Profile für jeden Spieler zu er-stellen und auf deren Basis quasi tagesaktuell nötige Interventionen einzuleiten. Das ganzheitliche Monitoring-Konzept bildet ein zentrales Steuerungselement, das die Jury als „äußerst innovativ“ beurteilte.

SSV Jahn Regensburg e. V., Regensburg (Fußballabteilung des SSV Jahn Regensburg)

Kategorie: Präventionspreis Sport, Gesamtkonzept
Projekt: Gesamtpräventionskonzept im Verein

Abstieg? Aufstieg? Das Dauerthema Klassifizierung ist zentral, doch es sollte keinen Einfluss auf die Präventionsarbeit haben. Genau hier punktet der SSV Jahn Regensburg. Er hat ein Präventionskonzept ins Leben gerufen, das in großen Teilen unabhängig vom sportlichen Erfolg – und den damit verbundenen finanziellen Schwankungen – umgesetzt werden kann. Kern der Idee ist die Kooperation: Der Verein arbeitet mit regionalen Kompetenzpartnern für Prävention zusammen. Weiterhin nimmt er an Studien zur Verletzungsreduktion teil und profitiert auf diese Weise von aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Diese Art der Vernetzung sieht die Jury als echten Aufstieg.

Nicht nur unsere zehn Gewinner haben gute Ideen zur Prävention. Auf www.vbgnext.de finden Sie zahlreiche andere nachahmenswerte Projekte aus verschiedenen Branchen. Ein Besuch lohnt sich. 

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